Für ein kleines Labor kann die Schweiz schnell wie ein grosses Land wirken: mehrere Netze, Ketten und Unabhängige, verschiedene Sprachen, sehr unterschiedliche Regionen – und auf Ihrer Seite ein schlankes Marketingteam, oft ohne dediziertes Trade Marketing.
Das Ergebnis: POS‑Ideen gibt es, aber die Umsetzung in Apotheken und Drogerien bleibt bestenfalls opportunistisch, schlimmstenfalls findet sie gar nicht statt.

Eine POS‑Kampagne ohne Trade‑Team zu strukturieren heisst nicht, «wie die Grossen» mit weniger Mitteln zu arbeiten. Es heisst, die eigenen Grenzen zu akzeptieren, Prioritäten zu setzen und die richtigen Partner einzubinden.

1. Akzeptieren, dass Sie nicht alles und nicht überall machen können

Der erste Reflex kleiner Labore ist oft: «Wir müssen überall sichtbar sein», gerade weil das Netz im Vergleich zu den grossen Playern kleiner ist.
Genau das ist die Falle.

Ohne Trade‑Team sollten Sie sich eher fragen:

  • In welchen Kategorien und auf welchen Produkten kann POS wirklich etwas verändern
  • In welchen Arten von Verkaufsstellen (Regionen, Ketten, Unabhängige) haben Sie realistische Chancen auf eine saubere Installation
  • Zu welchen Zeiten im Jahr physische Sichtbarkeit für Sie wirklich kritisch ist (Launch, Saison, Konkurrenzpeak)

Strukturieren heisst, auf eine theoretische Maximalabdeckung zu verzichten und die Kräfte auf einen Bereich zu konzentrieren, in dem Sie tatsächlich exekutieren können.

2. Einen einfachen Rahmen definieren: Ziel, Zielnetz, Format, Dauer

Ohne Trade besteht das Risiko, Aktionen Fall für Fall, rein opportunistisch, zu fahren.
Ein kleines Labor gewinnt sofort an Schlagkraft, sobald ein paar einfache Regeln formuliert sind.

Zum Beispiel:

  • Hauptziel: Rekrutierung auf einem Phytoprodukt, mehr Sichtbarkeit für eine OTC‑Linie, Launch‑Support usw.
  • Zielnetz: X A/B‑Apotheken in 3 Regionen, eine Gruppe von Drogerie‑Partnern, eine bestimmte Kette für einen Pilot.
  • Formate: Begrenzung auf 1–2 POS‑Formate (z. B. Schaufenster + Thekenaufsteller) statt ein «Vollsortiment», das nicht nachgeführt werden kann.
  • Dauer: ein klar definiertes Kampagnenfenster (6, 8, 12 Wochen) statt verstreuter Installationen.

Dieser Rahmen wird zum Filter: Jede Idee oder Feldanfrage, die nicht hineinpasst, läuft Gefahr, Ihre Ressourcen zu verwässern.

3. Klar regeln, wer im Feld was macht – ohne Trade‑Team

Ohne Trade bleiben im Wesentlichen drei Akteure für die Umsetzung:

  • Ihre Aussendienstmitarbeitenden (sofern vorhanden)
  • Die Apotheken/Drogerien selbst, wenn Material direkt per Post verschickt wird
  • Ein spezialisierter externer Partner, der installieren, nachführen und Felddaten zurückspiegeln kann

Eine POS‑Kampagne zu strukturieren heisst, vorab zu entscheiden:

  • Was Sie Ihren Aussendienstlern realistisch zumuten können (Anzahl Installationen, Regionen, Komplexität der Kits).
  • Was Sie den Verkaufsstellen überlassen (ultra einfache, vormontierte Formate für unbegleitete Postsendungen).
  • Was Sie an einen Partner wie Rüfenacht auslagern, um eine homogene Umsetzung auf einer grösseren Fläche zu sichern.

Je klarer diese Aufteilung ist, desto weniger überlasten Sie interne Teams und Kunden.

4. Drei Schlüsselkennzahlen priorisieren statt perfektes Reporting anstreben

Ein kleines Labor hat weder Zeit noch Systeme, um ein «perfektes» Dashboard zu bauen.
Aber es kann wenige, einfache Kennzahlen verfolgen, um aus dem reinen Sell‑out‑Pilotieren auszubrechen.

Zum Beispiel:

  • Effektive Installationsrate: von X anvisierten Verkaufsstellen – wie viele haben das vollständige Kit fristgerecht installiert
  • Durchschnittliche Expositionsdauer: wie viele Wochen der Auftritt sichtbar blieb (und nicht nach 10 Tagen weggeräumt wurde)
  • Produktverfügbarkeit: war während der Kampagne genug Ware auf dem Schlüsselprodukt vorhanden

Ein externer Partner kann diese Daten im Feld erheben (Fotos, Zählungen, Feedback) und Ihnen eine einfache Auswertung liefern, ohne dass Sie selbst das gesamte System aufbauen müssen.

5. Einen externen Partner als «Trade‑Team on demand» nutzen

Für ein kleines Labor ist ein POS‑Spezialist nicht nur «ein Monteur».
Richtig eingesetzt ist er ein ausgelagertes Trade‑Team, das nach Bedarf aktiviert werden kann – ohne fixe Personalkosten.

Ganz konkret kann ein Partner helfen:

  • Kampagnengrösse zu bestimmen (realistische Anzahl Verkaufsstellen, passende Formate, Budget pro Standort).
  • Kits an die realen Gegebenheiten in Schweizer Apotheken und Drogerien anzupassen (Theken, Schaufenster, Regale).
  • Aufbau, Nachführung und Kampagnenabbau im ganzen Land zu organisieren, auch in Regionen mit wenig eigener Feldpräsenz.
  • Wertvolle Feldeindrücke zurückzumelden (Akzeptanz, Umsetzungsqualität, Feedback der Offizin‑Teams) für zukünftige Wellen.

Sie behalten die Markenstrategie, der Partner sichert die Umsetzung.

6. Intern wie ein «Mini‑Trade» organisieren – ohne Neueinstellungen

Auch ohne Neueinstellungen können Sie eine minimale Trade‑Struktur aufbauen:

  • Eine interne Ansprechperson (Marketing oder Sales) benennen, die POS‑Kampagnen von Anfang bis Ende begleitet.
  • Einen schlanken Prozess festhalten: Standard‑Briefing für Kampagnen, Formatfreigabe, Versandplanung, Koordination mit dem externen Partner.
  • Von einer Welle zur nächsten lernen: was gut lief, was Probleme machte (Format, Timing, Netz), was wiederholt oder gestrichen werden sollte.

Ziel ist nicht, eine grosse Maschine zu bauen, sondern aus dem Modus «Einzelkampagnen» herauszukommen und Schritt für Schritt eine passende Arbeitsweise zu etablieren.

Für kleine Labore lautet die Frage nicht «POS oder nicht POS», sondern «mit wem und wie weit»

Mit begrenzten Ressourcen können Sie sich keine «Schaufensterkampagnen» leisten, die vor allem in internen Präsentationen existieren.
Sie müssen einen realistischen Rahmen wählen, die Umsetzung bewusst an einen externen Partner abgeben und sich auf die Stellen konzentrieren, an denen eine POS‑Kampagne wirklich etwas bewegen kann.

Ein Partner wie Rüfenacht erhöht nicht die Komplexität – er ersetzt das Trade‑Team, das Sie (noch) nicht haben, und richtet sich nach Ihren Prioritäten.

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