Wenn eine neue POS‑Kampagne angekündigt wird, sollen Ihre Aussendienstteams begeistert sein – nicht innerlich mit den Augen rollen. Trotzdem ist genau das in vielen Pharma‑ und Retail‑Organisationen zur Standardreaktion geworden, sobald es um Wobbler, Displays oder Schaufenster‑Kits geht.
Im Folgenden die häufigsten Gründe dafür – und wie Sie Ihre nächste POS‑Welle so gestalten, dass der Aussendienst sie wirklich unterstützen will.
Problem 1: POS sieht in der Präsentation gut aus, funktioniert aber nicht in der Offizin
Im Head Office sieht die Kampagne stark aus: gutes Design, klare Botschaft, stimmiges Konzept.
Im Feld zeigt sich ein anderes Bild: Das Display passt nicht ins Möbel, blockiert eine Schublade, verdeckt eine wichtige Kategorie oder geht in einem überladenen Umfeld völlig unter.
Warum der Aussendienst die Augen verdreht:
- Er weiss schon vorher, dass viele Apotheken sagen werden: «Kein Platz».
- Er hat schon erlebt, dass hochwertig wirkende Materialien im echten Umfeld billig oder unpraktisch wirken.
- Er rechnet mit viel Zeit für Diskussionen über einen Auftritt, von dem er selbst nicht überzeugt ist.
Wie man es besser macht:
- Von realen Apotheken ausgehen, nicht vom “idealen POS”. Fotos, Masse und Einschränkungen aus dem Feld ins Kreativ‑Briefing aufnehmen.
- 1:1‑Prototypen bauen und in 2–3 typischen Apotheken testen, bevor man freigibt.
- Einige Aussendienstmitarbeitende und Pilot‑Apotheken früh einbinden und klar fragen: «Würdet ihr das so akzeptieren?».
Wenn klar ist, dass der POS für die Realität im Feld konzipiert wurde, steigt die Bereitschaft, ihn aktiv zu platzieren.
Problem 2: Materialien, die Arbeit machen, aber wenig Mehrwert bringen
Ein POS‑Kit, das 15 Minuten Montage erfordert, mit empfindlichen Teilen und unklarer Anleitung, frisst Zeit, die in der Kundenbeziehung fehlt.
Für den Aussendienst fühlt sich alles, was nach “Basteln” aussieht und nicht anerkannt wird, wie zusätzliche Last an.
Warum der Aussendienst die Augen verdreht:
- Er weiss: Ein kompliziertes Kit bleibt am Ende im Kofferraum.
- Er hat schon Termine erlebt, in denen die ganze Zeit für den Aufbau draufging.
- Die investierte Zeit wird weder im Reporting noch in den Zielen sichtbar.
Wie man es besser macht:
- Field‑friendly POS entwickeln: wenige Teile, intuitive Montage, sichtbares Ergebnis in wenigen Handgriffen.
- Für grosse oder komplexe Lösungen die Installation konsequent an einen spezialisierten POSM‑Partner auslagern.
- Im Briefing einen realistischen Aufbau‑Aufwand nennen – und sicherstellen, dass das Kit diesem Aufwand entspricht.
Wenn ein POS schnell aufgebaut ist, stabil steht und in der Apotheke gut ankommt, wird der Aussendienst automatisch zum Fürsprecher.
Problem 3: Botschaften, die im Gespräch nicht helfen
Viele POS‑Konzepte sind primär auf Markenauftritt ausgerichtet, nicht auf das Verkaufsgespräch.
Der Aussendienst braucht aber Materialien, die Argumentation, Umgang mit Einwänden und Abschluss unterstützen – nicht nur Dekoration.
Warum der Aussendienst die Augen verdreht:
- Generische Claims, die im Gespräch mit der Apotheke wenig bringen.
- Aussagen, die nicht exakt zu dem passen, was im Besuch kommuniziert werden darf.
- Materialien, die an den realen Fragen und Einwänden vorbeigehen.
Wie man es besser macht:
- POS‑Botschaften aus typischen Besuchssituationen ableiten: häufige Einwände, klare Vorteile, konkrete Empfehlungen.
- Schlagzeilen von einigen Aussendienstlern prüfen lassen: «Hilft dir dieser Satz im Gespräch – ja oder nein?».
- Wo sinnvoll, eine B2B‑Variante (Backoffice, Pausenraum) vorsehen, die das Apothekenteam direkt anspricht.
Guter POS fügt sich nahtlos in das Besuchsscript ein, statt danebenherzulaufen.
Problem 4: Kein sichtbarer Zusammenhang zwischen POS‑Einsatz und Ergebnis
Dutzende Kits aufzubauen, ohne je Rückmeldung oder Zahlen zu sehen, demotiviert selbst engagierte Teams.
Ohne sichtbare Wirkung wird die nächste Welle zu «noch einer Kampagne».
Warum der Aussendienst die Augen verdreht:
- Er verfolgt scheinbar abstrakte Platzierungsziele.
- Niemand kommt zurück, um zu zeigen, was funktioniert hat.
- Es ist nicht erkennbar, wie die Kampagne zur Zielerreichung beiträgt.
Wie man es besser macht:
- Nach jeder Welle klare, einfach verständliche Ergebnisse teilen: Annahmequote, Abverkaufsimpakt, qualitative Rückmeldungen von Apotheken.
- Konkrete Beispiele zeigen: Vorher‑/Nachher‑Fotos, Testimonials von Apotheken, “Top‑Installationen” mit Namensnennung.
- Die POS‑Kampagne an KPIs koppeln, die der Aussendienst wiederfindet (priorisierte Platzierungen, Schwerpunktskategorien, Aktionszeiträume).
Sobald der Zusammenhang zwischen POS‑Einsatz und Resultaten sichtbar wird, steigt die Akzeptanz im Feld deutlich.
Problem 5: POS‑Timing ohne Bezug zur Realität im Feld
Auf dem Papier ist alles sauber geplant: Kreation freigegeben, Termine fixiert, Produktion gestartet.
Im Feld sind die Bedingungen anders: Lieferengpässe, Preisänderungen, andere Prioritäten, neue Vorgaben von Ketten oder Einkaufsgemeinschaften.
Warum der Aussendienst die Augen verdreht:
- Er soll ein Produkt pushen, das kaum verfügbar ist.
- POS trifft unpassend zum Besuchsplan ein.
- Der Zeitplan wirkt, als wäre er ohne Rücksprache mit dem Feld entstanden.
Wie man es besser macht:
- POS‑Kalender gemeinsam mit Sales und Operations planen: Launches, Saisonalität, Netzwerk‑Prioritäten.
- Vor Drucklegung systematisch Verfügbarkeit, Preise und Netzwerkanforderungen checken.
- Einen spezialisierten Ausführungspartner einsetzen, der Lieferungen, Aufbau und Kampagnenfenster koordiniert.
Selbst das schönste POS‑Material verliert Wirkung, wenn es zum falschen Zeitpunkt kommt.
Wie Sie den Aussendienst wieder ins Zentrum der POS‑Planung rücken
Wenn Sie wollen, dass Ihre Teams POS‑Wellen einfordern statt sie zu ertragen, müssen Sie sie als operative Mitgestalter behandeln.
Zentrale Prinzipien:
- 3–5 Aussendienstmitarbeitende bereits in Konzept‑ und Prototypenphase einbeziehen.
- Jedes Kit in einigen echten POS testen, bevor es final freigegeben wird.
- POSM immer auch als Besuchstool denken, nicht nur als Markenträger.
- Jede Kampagne an klare, messbare Ziele knüpfen, die mit dem Aussendienst geteilt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Problem 1: POS that looks great in PPT, but fails in store
- Problem 2: Tools that add work, not value
- Problem 3: Messages that don’t help the conversation
- Problem 4: No visible link between POS effort and results
- Problem 5: POS timing disconnected from field reality
- Putting reps back at the centre of POS campaigns

