Bei einer aktuellen Kampagne sind mehrere A1‑Panels mit sichtbar eingedrückten Ecken angekommen.
Botschaft und Druckqualität stimmten, der Zeitplan war eingehalten, doch die Wirkung am Point of Sale war von Anfang an geschwächt – durch ein sehr konkretes Detail: die Verpackung.
Der konkrete Fall: wenn Schrumpffolie zum Problem wird
Die A1‑Panels waren in einer Schutzfolie verpackt:
- zu straff um das Paket gewickelt
- vermutlich zu dick und zu steif
- ohne Spielraum und ohne speziellen Eckenschutz angebracht
Durch die Spannung der Folie haben sich die Panels während Lagerung und Transport leicht durchgebogen, bis sich an mehreren Ecken ein deutlicher Knick gebildet hat.
In Apotheken und Drogerien zeigte sich dann ein Bild mit schwer plan auflegbaren Panels, sichtbaren Schäden an den Ecken und dem Eindruck von «beschädigtem» Material direkt beim Auspacken.
Neben der Optik hat das mehrere Folgen:
- geringerer wahrgenommener Wert des Materials für die Teams vor Ort
- eine Präsentation, die weniger hochwertig wirkt als im ursprünglichen Briefing vorgesehen
- spontane Entscheide: Was kann eingesetzt werden, was muss ersetzt, was aus dem Kampagnenplan gestrichen werden
All das wegen eines Details, das man hätte antizipieren können: wie die Panels geschützt und eingeschrumpft werden.
Was wir aus diesem Fall mitnehmen
Dieser Fall unterstreicht: gutes POSM endet nicht beim freigegebenen PDF.
Die Qualität einer Kampagne entscheidet sich auch in den «unsichtbaren» Schritten: Verpackung, Palettierung, Transport, Auspacken in der Apotheke.
Wichtige Erkenntnisse:
- Zu viel «Schutz» kann schaden, wenn das Material unter Druck gerät statt geschützt wird.
- Das Risiko ist bei Grossformaten und sensiblen Materialien (dünner Karton, Wabenplatten, leichte Panels) besonders hoch.
- Ohne klare Vorgaben arbeiten Druckereien und Logistiker mit eigenen Standards, die nicht zwingend zum jeweiligen POSM passen.
Die Frage ist also nicht nur, was produziert wird, sondern auch, wie es für den Einsatz im Feld vorbereitet wird.
Wie man verhindert, dass A1‑Panels verknickt ankommen
Für A1‑Panels (und generell Grossformate) helfen einige Best Practices, solche Schäden deutlich zu reduzieren.
1. Ecken schützen, bevor man foliert
Die Ecken sind die empfindlichsten Stellen.
- Verwendung von stabilen Karton‑ oder Kunststoff‑Eckenschonern, etwas grösser als das Panel.
- Diese Ecken vor dem Einschweissen fixieren, damit sie Spannung und Stösse aufnehmen.
- Nicht allein auf die Folie als «Schutz» verlassen.
2. Folienspannung reduzieren
- Dünnere oder flexiblere Folie wählen oder die Spannung der Wickel‑ bzw. Schrumpfanlage reduzieren.
- Ziel: die Panels bündeln, nicht so stark zusammendrücken, dass sie sich verformen.
- Faustregel: Wenn sich das Paket beim flachen Auflegen sichtbar wölbt, ist die Folie zu straff.
3. Verpackung an das Material anpassen
- Je flexibler das Material, desto empfindlicher reagiert es auf Druck.
- Foliendicke, Anzahl Panels pro Paket und Art der Verstärkung an den verwendeten Träger anpassen.
- Bei besonders empfindlichen Materialien oben und unten eine stabile Platte (starker Karton oder dünnes Panel) hinzufügen.
4. Stapelhöhe und Gewicht begrenzen
- Zu hohe Stapel erhöhen den Druck auf die unteren Panels, insbesondere beim Transport.
- Besser mehrere mittelhohe, gut umreifte Stapel als eine schwere Säule, die den Inhalt zusammendrückt.
5. Verpackung testen, bevor die ganze Serie läuft
- Einen kleinen Testlauf machen: verpacken, bewegen, Transport simulieren (Laden, Entladen, Umplatzieren).
- Zustand der Panels nach diesem Test prüfen, bevor man die komplette Produktion freigibt.
- Wenn nötig Folienspannung, Paketgrösse oder Eckenschutz anpassen.
Was in künftige POSM‑Briefings gehört
Damit solche Situationen künftig vermieden werden, lohnt es sich, Verpackung im Kampagnen‑Briefing als eigenen Punkt zu führen – auf Augenhöhe mit Kreation und Logistik.
Punkte, die man konsequent spezifizieren sollte:
- Trägermaterial und Empfindlichkeit (dünner Karton, Forex, Dibond usw.).
- Erwarteter optischer Zustand bei Ankunft (saubere Ecken, plan liegende Panels).
- Gewünschte Schutzart (Eckenschoner, Zwischenlagen, Deck‑ und Bodenplatte).
- Grenzen für Stapelhöhe und ‑gewicht.
- Explizite Anforderung eines Verpackungstests an einem kleinen Los vor der Gesamtauflage.
Im Idealfall wird dies gemeinsam von Marketing, Produktion und Logistik validiert, damit das Material das Lager in dem Zustand verlässt, in dem die Marke es in der Apotheke sehen möchte.

