Für Pharmaunternehmen, die in Apotheken und Drogerien aktiv sind, sind digitale Geräte (LCD-Bildschirme, LED-Paneele, digitale Beschilderung) unverzichtbare Instrumente geworden, um Aufmerksamkeit zu erregen, zu informieren und Kaufentscheidungen am Verkaufsort zu stimulieren. Diese Lösungen überwinden die Grenzen statischer PLV, indem sie dynamische Inhalte bieten, die in Echtzeit aktualisierbar sind und sich an verschiedene Tageszeiten oder Jahreszeiten anpassen.

Das Ziel ist nicht, alle Verkaufsstellen einheitlich auszustatten, sondern zu verstehen, welche digitalen Lösungen je nach Bereich des Verkaufsortes (Schaufenster, Kasse, Lineal, Kopfende der Gondel) und den Kommunikationszielen der Marke den grössten Mehrwert bringen.

Schaufenster: Aufmerksamkeit erregen, bevor man hineingeht

Das Schaufenster bleibt der erste visuelle Kontaktpunkt mit dem Kunden. Transparente LED-Bildschirme und digitale Totems im Schaufenster verwandeln diesen passiven Raum in eine echte Aktivierungsfläche.

  • Transparente LED-Bildschirme
    Diese Bildschirme werden direkt hinter der Schaufensterfront positioniert und lassen natürliches Licht durch, während sie animierte Inhalte anzeigen. Ihre Transparenz (50 bis 80%) bewahrt die Sichtbarkeit des Innenraums, während sie einen Augmented-Reality-Effekt erzeugen. Mit Helligkeitswerten, die 5 000 bis 8 500 Nits erreichen, bleiben sie auch in direktem Sonnenlicht perfekt lesbar. Diese Geräte sind besonders geeignet für Saisoncampagnen (Sonnenschutz, Allergie, Winter) oder Produktneueinführungen.
  • Totems und undurchsichtige LED-Paneele
    Für tiefe Schaufenster oder grössere Formate bieten undurchsichtige Bildschirme maximale Ausdrucksfläche mit massgeschneiderten Grössen (XL, XXL). Sie ermöglichen die Anzeige von Videoloops, Werbebotschaften oder in Echtzeit aktualisierten Gesundheitsinformationen.

Gemessener Impact: Apotheken, die mit Schaufensterbildschirmen ausgestattet sind, verzeichnen einen Anstieg des Geschäftsverkehrs und einen Anstieg der Verkäufe beworbener Produkte um bis zu 50 bis 77%, wenn das Schaufenster mit einer Innendisplay gekoppelt ist.

Innenraum des Verkaufsortes: informieren, aktivieren, verkaufen

Sobald der Kunde im Verkaufsort ist, übernehmen mehrere Arten von Bildschirmen, um die Kaufreise zu begleiten und die Wahrnehmung der Wartezeit zu verringern.

  • Kassenschirme und Wartebereiche
    Neben der Kasse oder in der Warteschlange positioniert, zeigen diese Bildschirme (typischerweise 4 bis 6 Einheiten pro Verkaufsort in Standardinstallationen) kurzfristige Inhalte an: Gesundheitstipps, Promotionen, Serviceerinnerungen (Impfung, Medikamentenüberprüfung, Treueprogramme). Sie helfen auch bei der Verwaltung der Wartezeit durch Anzeige von Echtzeit-Wartezeitschätzungen oder Abholfähigkeitsmeldungen.
  • Wandbildschirme und Scrolling-Paneele
    Über Regalen oder an Seitenwänden angebracht, schaffen sie eine dynamische Atmosphäre und verstärken Markenbotschaften. Ihr Inhalt kann mit Kassenschirmen synchronisiert werden, um eine kohärente Kommunikationsreise zu gewährleisten.
  • RingScreen: der 360°-Bildschirm
    Dieses innovative zirkuläre Bildschirmformat maximiert die Sichtbarkeit aus mehreren Winkeln im Verkaufsort. Der RingScreen ist ideal für zentrale Bereiche oder Promotionsinseln, wo er die Aufmerksamkeit durch seine charakteristische Form und erhöhte Positionierung auf natürliche Weise auf sich zieht. Im Gegensatz zu herkömmlichen flachen Bildschirmen schafft dieses Format einen charakteristischen Brennpunkt, der den Blick anzieht und die Verweilzeit erhöht.

Operativer Nutzen: Über die Promotion hinaus verkürzen diese Bildschirme die wahrgenommene Wartezeit (um bis zu 30% nach einigen Studien) und verbessern die Kundenzufriedenheit, indem sie den Raum moderner und informativer wirken lassen.

Gondolenkopf: die Premium-Zone für Push-Kampagnen

Das Kopfende der Gondel ist historisch der am meisten gesuchte Ort in Apotheken / Drogerien, um beworbene Produkte oder Neuheiten hervorzuheben. Die Integration von LCD- oder LED-Bildschirmen auf diese Strukturen vervielfacht ihre Auswirkung.

  • In die Gondelkopfleiste integrierte LCD-Bildschirme
    Ein 32- bis 55-Zoll-Bildschirm oben auf dem Gondelkopf ermöglicht die Anzeige der Schlüsselbotschaft der Kampagne (Indikation, Produktvorteil, Preis), während gleichzeitig eine physische Produktpräsentation darunter erhalten bleibt. Diese Kombination aus «physischer PLV + digitalem Bildschirm» schafft einen sehr starken Fokuspunkt in der Customer Journey.
  • Dedizierte LED-Paneele
    Für grössere Kampagnen können massgeschneiderte LED-Paneele den gesamten Gondelkopf abdecken und den Raum in eine immersive Mini-Markenszene verwandeln. Diese Geräte ermöglichen die Synchronisierung mehrerer Inhaltsströme (Produktvideo, Testimonials, Anweisungen) am selben Ort.

Trend 2025-2026: Die Integration dynamischer QR-Codes auf Gondelkopfbildschirmen schafft eine direkte Brücke zu Bildungsinhalten, Treueprogrammen oder Produktseiten. Kunden können den auf dem Bildschirm angezeigten Code scannen und ihr Erlebnis auf Mobilgeräten fortsetzen (Videos, Nutzungstipps, Bewertungen).

Inhaltsverwaltung: der Schlüssel zur Leistung

Ein Bildschirm hat nur dann einen Wert, wenn die angezeigten Inhalte relevant, aktuell und kontextgerecht sind. Professionelle Content-Management-Systeme (CMS) ermöglichen es Pharmaunternehmen oder ihren POSM-Partnern, ein ganzes Netzwerk von Bildschirmen von einer zentralisierten Schnittstelle aus zu verwalten.

  • Programmierung nach Zeitfenstern
    Unterschiedliche Inhalte je nach Tageszeit anzeigen (morgens: Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel; mittags: Dermokosmik; abends: Schlaf und Stress).
  • Multi-Screen-Synchronisation
    Gewährleisten Sie visuelle Konsistenz zwischen Schaufenster, Kasse und Gondelkopf, mit derselben Botschaft je nach Standort angepasst.
  • Echtzeit-Updates
    Inhalte aus der Ferne ändern (eine Sprache hinzufügen, Preise aktualisieren, Gesundheitsmitteilungen ausstellen, eine neue Indikation einführen), ohne physischen Eingriff am Verkaufsort.
  • Leistungsmessung
    Einige Systeme integrieren Sensoren (Besucherverkehr, Verweilzeit vor dem Bildschirm), die die tatsächliche Auswirkung digitaler Kampagnen bewerten.

Kapitalrendite und Entscheidungskriterien

Für ein Pharmaunternehmen hängt die Entscheidung, in digitales POSM zu investieren, von mehreren Faktoren ab.

  • Kampagnenziel
    Produkteinführung, wiederkehrende Saisoncampagne, Patientenaufklärung oder langfristige Markenbekanntheit? Digital ist besonders relevant für reichhaltige Inhalte (Video, Animation, Storytelling) und Kampagnen, die häufige Aktualisierungen erfordern.
  • Netzabdeckung
    Digital wird rentabel, wenn man ein bedeutendes Volumen von Verkaufsstellen erreicht (mindestens mehrere Dutzend), da sich Inhalts- und Verwaltungskosten verteilen. Für Tests oder sehr kleine Netzwerke bleibt traditionelle PLV oft einfacher.
  • Kampagnendauer
    Je länger die Kampagne, desto wettbewerbsfähiger werden die Kosten eines Bildschirms im Vergleich zu mehrfachen Papierdrucken. Eine Flash-Operation von nur wenigen Wochen kann sich dagegen nicht rechtfertigen.
  • Partnerschaften mit Netzwerken
    Einige Apothekengruppen oder Drogerienketten verfügen bereits über gemeinsam genutzte Bildschirmausrüstung. Es ist dann möglich, Sendesplätze zu reservieren (klassisches Werbemodell), anstatt Eigentumsmaterial zu installieren.

Mehrere technologische und Nutzungsentwicklungen prägen die nahe Zukunft des digitalen POSM in Apotheken / Drogerien.

  • Interaktive Touch-Fähigkeit
    Touch-Terminals oder interaktive Bildschirme ermöglichen es Kunden, einen Katalog zu durchsuchen, Produkte zu vergleichen, detaillierte Datenblätter zu konsultieren oder die Lagerverfügbarkeit zu überprüfen. Dies verwandelt den Bildschirm in einen echten Produktassistenten.
  • Integration künstlicher Intelligenz
    Echtzeit-Analyse von Besucherprofilen (anonym, DSGVO-konform), um angezeigte Inhalte anzupassen: zum Beispiel Sonnenschutzinhalte an sonnigen Tagen anzeigen oder Stressabbauprodukte am Abend.
  • Mit Lagerbestand verbundene Bildschirme
    Automatische Anzeige von Promotionen, wenn der Bestand eines Produkts abgebaut werden muss, oder umgekehrt Hervorhebung hochmargiger Produkte in verfügbarer Menge.
  • Hybride physisch-digitale Formate
    Kombination von traditioneller Karton- / Holz-PLV mit integrierten Bildschirmen, wodurch physische Produktpräsenz beibehalten wird und gleichzeitig von der Dynamik des Digital profitiert wird (zum Beispiel ein Holzständer mit einem 15-Zoll-Bildschirm, der in die Fassade eingebunden ist).

Wie ein Pharmaunternehmen seinen digitalen Ansatz strukturieren kann

Um Digital erfolgreich in die POSM-Strategie zu integrieren, hilft ein schrittweiser Ansatz, Risiken zu begrenzen und Investitionen zu optimieren.

  • 1. Prioritäre Impact-Zonen kartographieren
    Schlüsselstandorte identifizieren: Schaufenster (starke Strassensichtbarkeit), Kasse (Wartezeit), Gondelkopf (Produktschub), Regal (Kategorieverstärkung).
  • 2. Geeignete Formate pro Zone definieren
    • Schaufenster: transparenter Bildschirm oder LED-Totem.
    • Kasse: Standard-32-43-Zoll-Bildschirme im Querformat.
    • Gondelkopf: integrierter LCD-Bildschirm oder dediziertes LED-Panel.
    • Zentrale Einheit: RingScreen 360°.
  • 3. Content-Management-Partner auswählen
    Mit einem Anbieter zusammenarbeiten, der sowohl Materialinstallation, Erstellung geeigneter Inhalte (kurze, klare, impactvolle Formate) als auch Remote-Netzwerkverwaltung beherrscht.
  • 4. Pilot auf einer repräsentativen Stichprobe durchführen
    Geräte in 20 bis 50 Test-Apotheken / Drogerien bereitstellen, Impact-Messungen (Verkäufe, Bewusstsein, Feld-Feedback) vor der Skalierung durchführen.
  • 5. Industrialisieren und in den gesamten POSM-Mix integrieren
    Nach der Validierung wird Digital zu einer permanenten Komponente des POSM-Katalogs, die zusammen mit Karton-PLV, Mustern, Personalschulung usw. verwendet wird.

Durch gezielte Ausrichtung der richtigen Zonen (Schaufenster, Kasse, Gondelkopf), Auswahl geeigneter Formate (transparente Bildschirme, LCD, RingScreen 360°-Displays) und zentrale Inhaltsverwaltung wird Digital POSM zu einem starken Hebel für Ihre Trade- und Marketing-Teams: grössere visuelle Wirkung, mehr Flexibilität, bessere Abstimmung mit Feld- und Patientenererwartungen.

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