Die Kampagne, die von der Scheibe rutschte

Während einer landesweiten Promotion für ein saisonales Pharma-Produkt lancierte ein Pharmaunternehmen ein elegantes Schaufensterkonzept mit gedruckten Vinylstickern.

Geplante Synchroninstallation, klares Messaging, starker Look.

Doch bereits am zweiten Tag kamen die ersten Rückmeldungen:

Sticker lösten sich, bogen sich an den Ecken, oder lagen auf dem Boden.

An einigen Standorten hielt der Kleber nicht einmal 12 Stunden.

Apotheken- und Drogerieteams waren irritiert.

Kund:innen fragten, ob die Aktion bereits beendet sei.

Der visuelle Bruch schadete sowohl der Kampagne als auch dem Markenbild.

Was schiefging

Der Kernfehler:

Der Klebstoff war nicht für kaltes, feuchtes Glas geeignet, typisch für Schaufenster im Schweizer Frühling.

Klein wirkender Fehler — grosse Wirkung:

  • Kein Test vor Ort

  • Keine Analyse der Oberflächen und Umgebung

  • Kein schneller Ersatzplan

Aus einer geplanten Markeninszenierung wurde ein operativer Störfall.

Weitere häufige Sticker-Probleme aus dem Feld

Unsere Feldteams haben über die Jahre viele ähnliche Fälle dokumentiert:

1. Zu stark, zu klebrig

  • Entfernt Fensterfolien oder Schutzbeschichtungen

  • Kann Oberflächen beschädigen

  • Entfernen erfordert Werkzeuge oder Chemie, die vor Ort fehlen

2. Falsches Timing

  • Sticker sichtbar, bevor das Produkt verfügbar ist

  • Zu spätes Installieren → geringere Sichtbarkeit

  • Keine Abstimmung mit Regal- oder Gondola-Promotions

3. Umgebungsbedingungen

  • Ausbleichen durch direkte Sonne

  • Blasenbildung oder Risse durch Kondensation

  • Staubige oder poröse Flächen → mangelnde Haftung

4. Design- und Formatprobleme

  • Sticker zu gross → improvisiertes Zuschneiden

  • Schwacher Kontrast, zu transparent

  • Formen nicht passend für Rundungen, Rahmen, Schrägen

5. Probleme nach der Kampagne

  • Kleberückstände

  • Oberflächenbeschädigungen nach dem Entfernen

  • Nicht-rezyklierbare Materialien → CSR-Kritik

Die Lehre

Sticker wirken simpel, sind aber hochwirksam — im Guten wie im Schlechten.

Sie prägen den ersten Eindruck. Und man kann sie nicht „stoppen“, sobald sie einmal kleben.

Ohne realitätsnahe Planung können selbst die besten Designs scheitern.

Bei Rüfenacht behandeln wir Sticker als kritische Kampagnenelemente:

✔ Oberflächen-Audit vor Produktion

✔ Klebstofftests unter realen Bedingungen

✔ Klare SOPs für das Feldteam

✔ Lokale Anpassungen je nach Verkaufsstelle

Fazit

Nur ein Versuch für einen starken ersten Eindruck.

Lassen Sie schlechte Klebekraft nicht Ihre nächste Kampagne ruinieren.

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